Artgerechte Pferdehaltung

Es gibt unterschiedliche Haltungsformen für Pferde, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Man kann erst einmal zwischen Gruppen- und Einzelhaltung unterteilen.

Bei der Einzelhaltung gibt es Boxen- und Paddockhaltung.

Boxen- und Paddockhaltung haben den Vorteil für den Reiter, dass das Pferd schnell greifbar ist. Das Risiko von anderen Pferden verletzt zu werden ist sehr gering und die Kontrolle der aufgenommenen Futtermenge ist leicht möglich. Nachteil dieser Haltungsformen ist, dass die Pferde tägliche Bewegung durch Reiten, Fahren oder Longieren benötigen, da sie sonst wegen Unterforderung unleidlich werden oder sich Stalluntugenden angewöhnen. Diese Haltungsarten sind vor allem in Reitställen anzutreffen.Die Boxen sind oft nicht größer als 10m². Bei der Planung neuer Boxen sollte als Mindestfläche (2xWiderristhöhe)² anvisiert werden. Das heißt für ein Großpferd mit Stockmaß 1,70 m: 11,26m²

Dazu eine Geschichte: Als wir unsere Boxen geplan haben, haben wir uns auch ein Angebot von einem Stallbaufachmann geben lassen. Der sagte sofort, als er unseren Plan für die zwei Boxen sah, da haben doch auch drei Platz. Ihm zu erklären, dass die Standard-10m²- Box aus unserer Sicht zu klein ist, war sehr langwierig….

Aus unserer Sicht müssen Boxen so angelegt sein, dass zwei Pferde in benachbarten Boxen auch ohne Gitter streßfrei leben können. Sie sollen sich kraulen können, wenn sie möchen, aber sie müssen auch die Möglichkeit haben ungestört vom Nachbarn zu sein.

Paddocks sind „Boxen mit Balkon“. Sie haben die Vor-und Nachteile der Einzelhaltung, bieten allerdings auch den Vorteil der natürlichen Umweltreize für das Pferd.

Bei der Gruppenhaltung gibt es die Möglichkeiten der Laufstall- und der Offenstallhaltung. Bei diesen Haltungsformen leben 2 bis 15 Pferde gemeinsam in einer Gruppe. Da kommt der natürlichen Lebensart am nächsten. Die Pferde sind wesentlich ausgeglichener unter dem Reiter, da sie anderweitig Abwechslung bekommen.

Das Einfangen kann (ohne Leckerli) etwas länger dauern, aber dafür hat man ein zufriedenes und ausgeglichenes Pferd. Es ist nicht mehr unbedingt notwendig, jeden Tag zu reiten, da die Pferde sich selbst bewegen. Der Bereich, auf dem die Pferde schlafen, muss nur sauber und reichlich eingestreut sein. Der Auslauf beim Offenstall muss befestigt sein.

Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist das Urteil, dass man zum Putzen der Pferde bei Offenstallhaltung, länger bräuchte, als bei Boxenhaltung, falsch. Wir bürsten unsere Pferde im Winter nur leicht ab. Da wir keine „Matschkoppeln“ haben und solche einzuführen auch ablehnen, haben die Pferde keine Dreckkrusten im Fell, keine verschlammten Beine und keine Mauke.

Wir bieten alle Haltungsformen an, bevorzugen aber die Gruppenauslaufhaltung.